Auch die Politiker merken mittlerweile, dass sich die Geduld der Menschen langsam dem Ende nährt. Lediglich 50 Prozent bewerten die Arbeit der Regierung während der Corona-Pandemie eher positiv (Yougov-Umfrage). Ein deutliche Abwärtstrend zu den Zahlen der 1. Corona-Welle im April, wo noch 67 Prozent die Maßnahmen der Regierung voll unterstützt hatten. "Ich hoffe, dass es zumindest zu Verbesserungen für Kinder und Familien kommt“, sagt Weil. CSU-General Markus Blume will sogar weitere Schließungen fordern. Der CSU-Politiker plädiert für eine Schließung der Grenzen. "Die größte Gefahr geht nicht vom Friseur aus, sondern von der Grenze“, ist Blume sich sicher. "Österreich und Tschechien gefährden mit ihrer unverantwortlichen Öffnungspolitik unsere Erfolge in Deutschland.“ Sollten sich die Mutanten des Coronavirus in Österreich und Tschechien stark ausbreiten, dann müsse man sofort handeln. "Wir müssen sicherstellen, dass eine besonders gefährliche dritte Welle mit dem mutierten Virus nicht wieder über unsere Grenzen nach Deutschland schwappt“, fordert Blume. "Deshalb brauchen wir mehr Kontrollen der Bundespolizei an allen Außengrenzen“, schlägt der Politiker vor.
Unterstützung erhalten die Politiker dabei von den Wissenschaftlern.
"Ich wüsste nicht, woher ich den Mut nehmen würde, jetzt eine Lockerung zu beschließen. Das Beispiel Großbritannien hat gezeigt, was passiert, wenn man zu früh lockert“, äussert Virologe Prof. Dr. Bernhard Fleckenstein (76). Auch der bekannte Virologe Prof. Dr. Christian Drosten sieht die Frage der Lockerungen kritisch: "Für die Zeit bis Ostern können wir noch nicht viel an Bevölkerungsschutz durch die Impfung erwarten.“ Drosten glaubt, dass man durch zu frühe Lockerungen den Erfolg des Lockdowns in Gefahr bringe. Viele der Wissenschaftler plädieren offenbar dafür, den Lockdown zunächst noch einmal bis zum Ende des Monats zu verlängern.