Bisher sind die entwickelten Impfstoffe zuerst fast ausschließlich an Erwachsenen getestet worden. Allerdings unterscheiden sich bei einer Impfung für Kinder oft die Dosis, die Applikationsart oder auch der zeitliche Abstand zwischen den Impfungen. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass die Impfstoffe vor der Zulassung ein klinisches Prüfungsprogramm durchlaufen. In diesem Zeitraum werden die Impfstoffe dann auf Wirksamkeit, sowie Sicherheit und Verträglichkeit getetstet, um deren sichere Verwendung zu garantieren. "Impfstoffe, die nicht ausschließlich für das Säuglings- und Kleinkindalter entwickelt werden, prüft man zuerst an Erwachsenen", stellt das Paul-Ehrlich-Institut in diesem Zusammenhang fest. Kleine Kinder sind generell für die Erprobung von Impfstoffen ungeeignet. "Fast alle Teile des Immunsystems sind erst am Ende des Kleinkindalters, also mit fünf Jahren, vollständig ausgebildet", erklärt Prof. Hans-Iko Huppertz, der Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ). "Und auch dann gibt es immer noch Antigene, mit denen der Körper noch keine Erfahrungen gesammelt hat", zeigt Huppertz weitere Schwierigkeiten auf.
Mittlerweile habe erste Pharmaunternehmen mit der Testung ihrer Impfungen auch an Jugendlichen begonnen. Doch bisher gibt es zu diesen Tests offenbar noch keine ausführlichen Daten. Erst wenn diese ausgewertet sind und mit garantiert keinen schweren Nebenwirkungen zu rechnen ist, kann mit einem Impfstofftest bei Kleinkindern begonnen werden. Dies wird aber vermutlich noch einige Zeit dauern. Allerdings sollte dieses Vorgehen auch kein zu großes Problem sein, denn bisher gibt es weltweit kaum Fälle bei denen eine Covid-19-Erkrankung bei Kleinkindern einen ernsten Verlauf genommen hat.