Immer wieder wurde in den letzten Tagen über fehlenden Impfstoff berichtet, weil viele der Pharmaunternehmen, die Impfungen gegen das Virus entwickelt haben, über Lieferschwierigkeiten klagen. Bereits am Donnerstag hat deshalb der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU) den Druck auf die Pharmaindustrie erhöht und eine Zusammenarbeit für heimische Impfstoffproduktion eingefordert. Dabei droht Altmaier zum ersten Mal ganz konkret auch mit Zwangsmaßnahmen, wie er gegenüber des ZDF erklärte: "Und wo dies irgendwo scheitern sollte, weil es keinen guten Willen gibt, dann wäre ich bereit, in so einem Fall auch über Zwangslizenzen zu sprechen.“ In dieser Hinsicht hat das Pharma-Unternehmen Bayer nun mitgeteilt, dass man mit CureVac zusammenarbeiten werden. Allerdings ist der Impfstoff des Unternehmens bisher noch nicht zugelassen. Einziger Lichtblick bisher: Im Februar soll die Produktion des Biontach-Impfstoffs im ehemaligen Novartis-Werk in Marburg anlaufen.
Und nun droht sogar erneut wichtiges Material knapp zu werden. Denn nun scheint es, als könnten in Deutschland sogar Spritzen fehlen. Zunächst war geplant gewesen, aus jeder Ampulle des Impfstoffes 5 Dosis zu verimpfen. Da man nun jedoch auf 6 Dosis pro Ampulle übergegangen ist, werden auch kleinere Spritzen (1ml) benötigt, die aber offenbar nicht ausreichend vorrätig sind. Zwar ist der Hauptlieferant B. Braun zuversichtlich die Nachfrage erfüllen zu können, doch sicherheitshalber hat das Gesundheitsministerium offenbar 1,5 Millionen weitere 1ml-Spritzen in China bestellt. Denn langsam wird die Geduld in der Bevölkerung und auch in der Politik knapp. CSU-Experte Michael Kuffer gibt bereits deutlich zu verstehen: "Das mit den Impfungen muss jetzt klappen!“ Denn sonst droht Deutschland nach dem Impfstoff-Desaster sogar auch noch ein Spritzen-Notstand. Für die Impfungen werden wegen der Corona-Pandemie rund 150 Millionen Spritzen und 300 Millionen Kanülen zusätzlich benötigt.