Über viele Jahre hatte sich Deutschland den Ruf der "Apotheker der Welt" hart erarbeitet. Denn immerhin gilt die Pharmabranche als eines der Zugpferde der deutschen Wirtschaft. Denn 140.000 Mitarbeiter arbeiten in Deutschland in dieser Branche, die rund 47 Milliarden Euro Umsatz im Jahr macht. Doch die Corona-Pandemie hat aufgedeckt, dass Deutschland mittlerweile von vielen ausländischen Lieferanten abhängig ist.
Doch wie verzwickt die Lage durch die Globalisierung geworden ist, konnte man in der Krise rund um die Corona-Pandemie sehr gut feststellen. Zu Beginn der Pandemie waren es vor allem fehlende Schutzkleidung und Schutzmasken, die zum Teil gegen horrende Preise eingekauft werden mussten. Auch beim Impfstoff zeigt sich nun wie ausgeliefert man im Fall einer Pandemie ist. Denn der Biontech-Impfstoff wurde zwar in Deutschland entwickelt, aber die Produktion erfolgt weitgehend im Ausland und macht Deutschland so von anderen Ländern abhängig. Eigentlich war das Problem bereits frühzeitig erkannt worden. Deshalb hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine "nationale Kraftanstrengung“ eingefordert. Diese wird allerdings nur vom Einzelhandel, Restaurants, Hotels und Schulen geleistet, die alle wegen des Lockdowns geschlossen sind. Doch in der Pharmabranche herrscht seit Monaten eher eine Art nationale Kraftlosigkeit!