Steinmeier erinnerte in seiner Rede "an die Frauen und Männer, die in diesen Stunden auf den Intensivstationen mit dem Virus ringen" und deren Angehörige sowie "an die Menschen, die den Kampf gegen die Krankheit verloren haben". Viele von ihnen seien "einen bitteren, einen einsamen Tod gestorben".
Doch auch allen anderen Menschen hätten die Einschränkungen wegen der Pandemie zugesetzt: "Schulkinder sind genervt vom unregelmäßigen Unterricht, Familien erschöpft nach fast einem Jahr Homeoffice und Homeschooling. Künstler, Gastwirte und Hoteliers fürchten um ihre Existenz."
Der Bundespräsident dankte "allen, die im Kampf gegen das Virus in der ersten Reihe stehen". Ausdrücklich nannte er Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, aber auch die Erzieherin, den Wissenschaftler, den Busfahrer und viele, die sich ehrenamtlich engagieren. "Das Virus treibt uns nicht auseinander. Im Gegenteil, es lässt uns zusammenrücken."
"Diejenigen, die die Gefahr des Virus leugnen, sind zwar oft besonders laut. Aber die Vernünftigen sind die große Mehrheit", sagte Steinmeier weiter. Die weitaus meisten Menschen handelten rücksichtsvoll und solidarisch – "nicht, weil der Staat es ihnen befiehlt, sondern aus Vernunft, Mitgefühl und Verantwortung".
"Ich wünsche mir, dass wir diesen Bürgersinn mitnehmen in das kommende Jahr", sagte der Bundespräsident. Und "wir dürfen uns darauf freuen, dass wir das nächste Weihnachten wieder so feiern, wie wir es lieben: im großen Kreis der Familie, mit unseren Freunden, mit Umarmungen und Gesang".