Gegenüber dem "Tagesspiegel“ erklärt Akgün, dass es wohl in der Klasse des verstorbenen Lehrers mehrere positive Corona-Fälle gegeben habe. Der Lehrer selbst sei am 10. November in Quarantäne gegangen, fünf Tage später hatten bei ihm dann die Symptome eingesetzt. Diese waren so intensiv, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, wo er am vergangenen Donnerstag schließlich an den Folgen der Erkrankung gestorben war. Aus diesem Grund erhebt Akgün nun schwere Vorwürfe: "Wir wollen, dass die Senatsverwaltung nicht mehr weiterhin erklärt, dass an Schulen das Risiko für eine Ansteckung sehr gering sei. Die Senatsverwaltung als Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal einen sicheren Arbeitsplatz haben und muss deshalb die entsprechenden Maßnahmen ergreifen“, forderte Akgün beim "Tagesspiegel". Außerdem forderte er die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts umzusetzen. Das RKI empfiehlt ab einer Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in 7 Tagen eine generelle Maskenpflicht im Unterricht. Bundesweit wird dies im Augenblick allerdings erst bei Inzidenwerten von 200 praktiziert.
„Wir haben nie behauptet, dass Schulen ohne Risiko sind. Deshalb ist es unsere Hauptaufgabe, Standards festzulegen, mit denen das Risiko minimiert wird“, kontert Martin Klesmann, Sprecher des Bildungssenatsverwaltung, die Vorwürfe. "Der Tod dieses engagierten und von allen sehr geschätzten Lehrers zeigt uns einmal mehr, wie schrecklich dieses Virus ist. Ich übermittele der Familie und den Angehörigen mein tief empfundenes Mitgefühl“, entgegnet Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres.: