Gesundheitsexperte Wieland Schinnenburg hingegen hat vorgeschlagen, gesonderte Einkaufszeiten für Hochrisikogruppen einzurichten. Aus diesem Grund sieht auch Schinnenburg keine andere Lösung als auch nachts zu öffnen: "Da müssen die Läden auch nachts öffnen, damit sich die Panikkäufe verteilen.“ Denn der Politiker befürchtet: "Der Einzelhandel, der dank funktionierender Hygienekonzepte weitgehend sicher ist, wird so erst zur Corona-Gefahr. Die weitgehende Schließung ist kontraproduktiv und könnte zum "Superspread by Merkel" werden. In der Union stösst der Vorschlag auf längere Öffnungszeiten ebenfalls auf offene Ohren.
"Um das Kundengedränge zu entzerren und dichtes Gedränge zu vermeiden, sollte man zumindest die Shopping-Zeiten bis in den Abend strecken“, fordert CDU-Wirtschaftsexperte Christoph Ploß. CSU-Innenexperte Michael Kuffer hat eine ähnliche Meinung. "Dort, wo der kleinere Einzelhandel hierdurch nicht gefährdet wird, sollten wir im Zusammenhang mit Corona über eine Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten nachdenken“, erklärte Kuffer. Auf diese Weise eröffne man dem Handel nicht nur zusätzliche Umsatzchancen, sondern könnte auch die Anzahl der anwesenden Kunden und somit das Infektionsrisiko verringern. Durch den Lockdown drohen dem Einzelhandel herbe Verluste. In den Tagen vor Weihnachten erzielen die Einzelhändler normalerweise den größten Umsatz im ganzen Jahr.