Noch immer will die Politik die Maßnahmen im Kampf gegen das gefährliche Coronavirus verschärfen. Aus diesem Grund fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nicht nur härtere Maßnahmen in ganz Deutschland, sondern plädiert auch für eine Verlängerung der Weihnachtsferien. Ein Vorschlag, der beim Lehrerverband kritisch beäugt wird.
Da sich die täglichen Infektionszahlen des Coronavirus noch immer auf einem viel zu hohen Niveau bewegen, fordert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die Verschärfung des Lockdowns. "Wir sollten die Schulen vier Wochen in die Weihnachtsferien schicken, das heißt idealerweise schon innerhalb der nächsten Woche und dann bis einschließlich der ersten Januarwoche", erklärte Lauterbach seine Pläne gegenüber der Zeitung "Rheinische Post". Außerdem spricht sich der SPD-Politiker dafür aus, auch den Einzelhandel nach Weihnachten zu schließen. "Zu Silvester darf es beim Kontaktverbot keine Lockerungen geben. Wir müssen die Weihnachtszeit für eine Unterbrechung der Pandemie nutzen und dürfen uns nicht an bis zu 500 Tote am Tag durch Covid gewöhnen", mahnt Lauterbach. Auf Kritik stößt der Vorschlag von längeren Weihnachtsferien beim Deutschen Lehrerverband. "Wir dürfen uns nichts vormachen: Jede weitere Phase von Schulschließungen vergrößert auch das Problem der Lerndefizite und der sich vergrößernden sozialen Schere beim Bildungserfolg", glaubt Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger, der dem "Handelsblatt" Rede und Antwort stand. "Da fehlt uns nach wie vor ein Gesamtkonzept, das über die Forderung nach Abstrichen bei Prüfungen und dem Zusammenstreichen von Lerninhalten hinausgeht." Aus diesem Grund seien verlängerte Ferien lediglich ein "letztes Mittel, wenn alle anderen Maßnahmen nicht greifen", erklärte Meidinger.