Obwohl sich Deutschland bereits seit einem Monat im Teil-Lockdown befindet, sind die Erfolge dieser Maßnahme bisher nicht gerade berauschend. Zwar konnte der starke Anstieg der Infektionszahlen gestoppt werden, doch diese verharren seit einiger Zeit auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Nun hat der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sich zur aktuellen Pandemie-Lage geäussert. Nach Wielers Einschätzung stecken sich noch immer zu viele Menschen mit dem Virus an.
Nachdem das RKI am Donnerstag erneit fast 500 neue Todesopfer im Zusqammenhang mit der Corona-Pandemie melden musste, hat sich auch RKI-Chef Lothar Wieler zur aktuellen Situation der Pandemie zu Wort gemeldet. Dabei bezog sich Wieler vor allem auf die nur langsam sinkenden Infektionszahlen und die zur Zeit außergewöhnlich hohe Anzahl an Todesopfern. Laut Wieler könne man im Augenblick Woche für Woche einen massiven Anstieg der Anzahl der Todesopfer beobachten. "Es stecken sich immer noch zu viele an“, erklärte Wieler bei einem Update zur Lage am Donnerstag. "Die Lage bleibt weiter sehr angespannt.“ Ein Grund zur Sorge sei vor allem die Tatsache, dass es in zahlreichen Alten- und Pflegeheimen erneut zu Ausbrüchen des gefährlichen Virus gekommen sei. Seit dem Beginn der Pandemie seien insgesamt 5.292 Heimbewohner und auch 55 Pflegerinnen und Pfleger an der Infektion mit dem Virus gestorben. Aus diesem Grund sei es notwendig, den Alten- und Pflegeheimen die notwendigen Ressourcen zukommen zu lassen, die diese benötigen, um die Bewohner der Heime vor einer Ansteckung zu schützen.