Wegen des aktuellen Corona-Hotspots befindet sich der Landkreis in Gesprächen mit der Firma Tönnies, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Die indizierten Mitarbeiter sollen nun offenbar in einer
Quarantäneeinrichtung untergebracht werden. Auf diese Weise und mit weiteren Tests hofft man von Seiten der Behörde darauf das Infektionsgeschehen wieder in den Griff zu bekommen. Sollte dies nicht gelingen, könnte dem Werk in den nächsten Tagen allerdings auch eine Schließung drohen. Die Lage im Burgenlandkreis ist bereits jetzt relativ angespannt, wie Landrat Götz Ulrich bestätigt. Zur Zeit liegt der Inzidenzwert bei 250 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb von 7 Tagen. In der Vorwoche hatte die Inzidenz noch bei 130 gelegen und hat sich damit in den letzten Tagen fast verdoppelt. Ulrich sprach von einer "sehr ernsten Lage".
Nachdem es in den letzten Monaten immer wieder zu massenhaften Corona-Infektionen in der Fleischindustrie gekommen ist, hat die Bundesregierung ein Arbeitsschutzkontrollgesetz beschlossen, um die Missstände in der Branche zu bekämpfen. Das im November beschlossene Gesetz verbietet Werkverträge in der Fleischindustrie ab dem 1. Januar und die Leiharbeit ab dem 1. April 2021. Mit diesem Gesetz soll der Einsatz von Fremdpersonal in den Fleischbetrieben beendet werden. Viele Arbeiter der Schlachthöfen waren nach Angaben der Regierung bei zahlreichen Werkvertragsunternehmen angestellt. Für das neue Gesetz fehlt lediglich noch die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat. Es soll allerdings noch in Dezember verabschiedet werden und dann gleich Anfang 2021 in Kraft treten.