In seiner Stellungnahme gibt Becker lediglich an, dass ihm zukünftig dies Zeit fehle, um seiner Beraterrolle beim Davis-Cup-Team nachzukommen und die,Sichtungslehrgängen von Nachwuchsspielern zu betreuen. Allerdings läuft im Moment eine Gerichtsverhandlung in London, die seit einigen Wochen für Schlagzeilen sorgt. In England wirft man Becker vor, bei seinem Insolvenzverfahren gegen die Regeln verstossen zu haben und Geld aus der Vermögensmasse verschwiegen zu haben. Voraussichtlich im nächsten Jahr wird der Prozess gegen den ehemaligen Tennisprofi starten. Durch sein Amt bei DTB hatte Becker nach den zahlreichen Skandalen um seine Person wieder Pluspunkte bei den deutschen Tennisfans gesammelt. Für den DTB hatte Boris Becker ehrenamtlich gearbeitet und stand im Davis-Cup Teamchef Michael Kohlmann mit Rat und Tat zur Seite. "Es war mir eine große Ehre", sagt Becker. In diesem Jahr war die Finalrunde des Davis Cups allerdings wegen der aktuellen Coronavirus-Pandemie abgesagt worden.
Mit Boris Becker geht beim DTB ohne Zweifel ein Zugpferd von Bord, das vor vielen Jahren einst einen großen Tennisboom in Deutschland ausgelöst hatte. 2017 hatte der DTB Becker als "Head of Men's Tennis" installiert. Diese Berufung hatte damals für Aufsehen gesorgt, da sich Becker nach seiner Zeit als Davis-Cup-Team-Chef von 1997 bis 1999 mit dem DTB zerstritten hatte. "Natürlich bedauern wir diese Entscheidung, haben aber auch vollstes Verständnis dafür", erklärte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard den Rücktritt Beckers: "Mit seinem großen Fachwissen und seiner Persönlichkeit hat Boris auf allen Ebenen im Leistungssport viele Impulse gesetzt." Und offenbar ist Zusammenarbeit diesmal auch harmonisch abgelaufen. "Wir hoffen und würden uns sehr freuen, wenn es zukünftig wieder Gelegenheit gibt, Boris Becker in den Verband einzubinden", kündigte DTB-Präsident Ulrich Klaus an.