Im Verlauf der Konferenz lies die Bundeskanzlerin mehrfach ihre Unzufriedenheit durchblicken und zeigte sich bisweilen auch enttäuscht, dass man nicht bereits früher auf ihre Ratschläge gehört habe. Vor allem die zahlreiche Sommerurlauber machte Merkel für die stark angestiegenen Infektionszahlen verantwortlich.. "Es ist passiert durch die Urlaubsreisen“, erklärte die verstimmte Kanzlerin, die noch einmal darauf hinwies, dass sie ja schließlich vor genau diesem Szenario gewarnt habe. Auch viele in Deutschland lebende Ausländer hätten sich bei den Besuchen ihrer Familien in deren Heimatländern angesteckt. Nun gehe es also erst einmal darum die steigenden Zahlen in den Griff zu bekommen. Bis Februar sollen erst einmal keine größeren Veranstaltungen möglich sein. Von den Bundesbürgern forderte die Kanzlerin: "Disziplin, Disziplin und Disziplin". Andeutungen auf einen bevorstehenden Lockdown machte die Kanzlerin trotz der hohen Infektionszahlen bisher nicht. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn, der sich gerade erst selbst mit dem Virus angesteckt hat, forderte die Bundesbürger zur Mithilfe im Kampf gegen das Virus auf: "Bitte helfen Sie weiter mit und hören Sie nicht auf diejenigen, die verharmlosen und beschwichtigen. Es ist ernst“, erklärte Spahn auf seiner Facebookseite, wo er am Sonntag ein Video veröffentlicht hatte.
Während die Politiker die Bürger warnen und an deren Einsicht und Mithilfe appellieren, stösst dieser Appell bei einigen Unverbesserlichen noch immer auf taube Ohren. Am Sonntag fanden in Berlin, also mitten in einem aktuellen Risikogebiet , wieder einmal mehrere Demonstrationen gegen die von der Bundesregierung eingeführten Corona-Maßnahmen statt. Die Polizei berichtet von mehrern Hundert Teilnehmern. Zudem wurde bekant, dass in der Nacht zum Sonntag offenbar ein Gebäude des Robert-Koch-Instituts in Berlin mit einem Brandsatz attackiert worden ist. Die Polizei schließt eine politische Motivation hinter diesem Anschlagsversuch nicht aus und hat bereits die Ermittlungen aufgenommen.