Vorischt! Dieses Protein beschleunigt die Ausbreitung von Corona im Körper!

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Vorischt! Dieses Protein beschleunigt die Ausbreitung von Corona im Körper!

Lifestyle (2 / 1) 05.08.2021 23:33 / Olga Symbolbild imago


Um einen menschlichen Körper zu infizieren, muss das Coronavirus verschiedene Abwehrmechanismen überwinden, bevor es sich effektiv im menschlichen Körper ausbreiten kann. Einer dieser Abwehrmechanismen ist die unspezifische oder angeborene Immunabwehr. In diesem Fall setzen die befallene Körperzellen verschiedene Botenstoffe frei, die sogenannte Typ-I-Interferone. Diese Botenstoff locken in der Folge Killerzellen an, die im weiteren Verlauf die infizierten Zellen abtöten. Einer der Gründe, warum das SARS-CoV-2-Virus so gefährlich ist, ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass das Virus in der Lage ist die unspezifische Immunantwort zu unterdrücken. Das Coronavirus lässt die menschliche Zelle das

Virus-Protein PLpro (Papain-like Protease) herstellen. Dieses Protein hat nach seiner Entstehung zwei Funktionen: Es wirkt sowohl bei Reifung und Freisetzung neu entstehender Virenpartikel mit und es unterdrückt außerdem die Bildung von Typ-I-Interferonen. Diese wichtigen Erkenntnisse konnten nun deutsche und niederländische Wissenschafter bei Experimenten mit Zellkulturen beobachten.

Wissenschaftler setzen auf Doppelschlag-Strategie

Der Direktor des Instituts für Biochemie II am Universitätsklinikum Frankfurt, Ivan Dikic erklärt einen Ansatz für eine mögliche Behandlung des Virus: "Wir haben den Wirkstoff GRL-0617 verwendet, einen Inhibitor von PLpro, und dessen Wirkweise biochemisch, strukturell und funktionell genau untersucht. Wir kamen zu dem Schluss, dass die Hemmung von PLpro eine vielversprechende therapeutische "Doppelschlag"-Strategie zur Behandlung von Covid-19 ist. Die Weiterentwicklung PLpro-hemmender Substanzklassen zum Einsatz in klinischen Studien ist nun eine zentrale Herausforderung für diesen Therapieansatz." Bei ihren Forschungen haben die Wissenschaftler zudem herausgefunden, dass SARS-CoV-2 die körpereigene Interferon-I-Produktion offenbar sogar stärker unterdrückt, als der 2003 aufgetretene SARS-Erreger.