Der Verdächtige fiel nach Angaben der Ermittler in der Vergangenheit bereits unter anderem wegen Verstößen gegen Waffengesetze auf. Nach Presseberichten soll der Mann bereits eine Haftstrafe wegen Körperverletzung einer ehemaligen Partnerin mit einer Armbrust verbüßt haben.
Er soll sich in seiner letzten festen Wohnung heimlich einen Schießstand eingerichtet haben, wie sein damaliger Vermieter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Waffen habe er bei dem Flüchtigen nicht gesehen, sagte der Vermieter weiter - außer Pfeil und Bogen, was er für ein Sportgerät gehalten habe. Allerdings habe die Polizei im vergangenen Jahr bei einer Durchsuchung der betreffenden Wohnung im Speicher unter dem Dach eine Art Schießstand entdeckt.
Der 31-Jährige sei "extrem auffällig gekleidet", sagte der Vermieter weiter. Der Mann habe augenscheinlich der sogenannten Gothic-Szene angehört und selbst im Sommer einen schwarzen Mantel und andere auffällige schwarze Kleidung getragen. In dieser Zeit habe der Flüchtige noch bei der Bahn in Offenburg gearbeitet, sagte der Gastronom.
Nachdem der Mann über mindestens zehn Monate mit der Miete im Rückstand gewesen sei, habe er die Wohnung Ende vergangenen Jahr zwangsräumen lassen. Bei dem Versuch, die Mietforderungen einzutreiben, habe sich dann herausgestellt, dass der Mann nicht mehr in Oppenau gemeldet gewesen sei, so der Vermieter.
Der Ort Oppenau mit ungefähr 5000 Einwohnern war vor fast 30 Jahren schon einmal Schauplatz umfassender Presseberichterstattung: Dort wurde der heutige Bundestagspräsident und damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 12. Oktober 1990 bei einer Wahlveranstaltung angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde überwältigt und später in die Psychiatrie eingewiesen. Schäuble ist seither gelähmt.