Dieses Ergebnis beunruhigt die Forscher und müsse nach Ansicht von Wendtner weiter beobachtet werden. Der Chefarzt erklärte, dass zum Erreichen einer Langzeitimmunität nicht nur die sogenannten B-Zell-Immunität sondern auch die T-Zell-Immunität relevant sind. Wenn Patienten also neutralisierende Antikörper verlören, könne dies den Körper eventuell vor einer Ansteckung schützen. Denn T-Lymphozyten haben die Eigenschaft virusinfizierte Zellen abtöten zu können, wenn dieser Virus ihnen zuvor bereits einmal im menschlichen Körper begegnet ist. Wendtners Erkenntnisse stimmen anscheinend mit den Erfahrungen anderer Wissenschaftler und Studienergebnisse überein. Im Fachblatt "Nature Medicine" bestätigte eine Studie chinesischer Mediziner, dass die Antikörper gegen Covid-19 bei Patienten mit symptomfreien Verlauf bereits nach zwei Monaten stark zurückgegangen war. Doch auch bei tatsächlich erkrankten Patienten ging der Wert nach unten. Patienten mit leichten Symptomen hatten zumeist weniger Antikörper entwickelt, was auf eine schwächere Immunantwort schließen lässt.