Mit dieser Studie sind große Hoffnungen verbunden. "Wenn die Immunreaktion auch in epidemiologischen Studien bestätigt wird, könnte eine Durchseuchung von 20 bis 30 Prozent ausreichen, um die exponentielle Verbreitung zu unterbrechen", erklärte dazu Prof. Jonas Schmidt-Chanasit, der als Virologe am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg arbeitet, in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Deshalb richten die Epidemiologen jetzt ihre Aufmerksamkeit auf Schweden. "Dort sind bereits 20 Prozent durch eine Infektion wahrscheinlich immun. Wenn frühere Coronavirus-Infektionen sich auf die Immunität auswirken, wird es sich in den schwedischen Fallzahlen in den nächsten Wochen abzeichnen", gibt sich der Virologe optimistisch.
Jetzt wollen die Wissenschaftler ihre Vermutungen mittels neuer Studien bestätigen. Denn erst mit diesen Studien lässt sich klären, ob die Beobachtungen aus den Reagenzglas-Studien sich auch auf die Bevölkerung im realen Leben übertragen lassen. Denn im schlimmsten Fall könnte auch genau das Gegenteil der Fall sein. "Es gibt Erkrankungen, bei denen die Immunreaktion auf einen verwandten Erreger durch die Immunzellen verstärkt wird", erklärt Virologe Schmidt-Chanasit im "Bild"-Interview. Das bedeutet dann folgendes: Die bereits vorhandenen Immunzellen könnten den Krankheitsverlauf auch deutlich verschlimmern.