Die Studie, die von einem Team des bekannten Virologen Hendrik Streeck durchgeführt wurde, wollte wissen an welchen Orten des Haushaltes eines Corona-Infizierten besonders viele Viren zu finden seien. Dafür haben die Forscher in 21 zufällig ausgesuchten Quarantäne-Haushalten in Landkreis Heinsberg an verschiedenen Orten innerhalb der Wohnung Proben genommen. Die einzige Vorbedingung für die Studie war, dass im untersuchten Haushalt mindestens eine mit dem Coronavirus infizierte Person leben musste. Insgesamt haben die Forscher 119 Abstriche von Fernbedienungen, Möbeln und Türklinken entnommen. Zusätzlich wurrden auch 66 Proben von Abwasser aus Duschen, Waschbecken und Toiletten entnommen. Abschließend wurden noch 15 Proben der Raumluft untersucht.
Nach der Untersuchung der Proben kamen die Forscher zu dem Schluß, dass die Virenbelastung auch im Haus infizierter Personen relativ gering gewesen sei. Die höchste Virenlast konnten die Wissenschaftler im Abwasser von Dusche und Waschbecken finden. Dort wurde das Virus in 20 Prozent der Proben nachgewiesen. Im Abwasser der Toiletten fand man dagegen nur 10 Prozent. Viel geringer war die Virenlast auf Gebrauchsgegenstäden innerhalb des Hauses. Nur 3 % der untersuchten Gegenstände wiesen Erbgut des Virus auf. Dabei handelte es sich nach Angaben der Forscher um zwei Türklinken, eine Abdeckplatte und eine Fernbedinung. Sämtliche Raumluftproben waren ebenfalls negativ. Mit der Studie kommen die Wissenschaftler zum Ergebnis, dass Schmierinfektionen anscheinend lediglich eine untergeordnete Rolle beim Coronavirus spielen. Doch die Studie beweist ebenfalls, wie effektiv gründliches Händewaschen dabei hilft die Ausbreitung des Virus zu verhindern.