Schwedens führender Epidemiologe Anders Tegnell (64) hat nun sehr selbstkritisch Aussagen über den schwedischen Sonderweg in der Corona-Krise abgegeben. Der Epidemiologe deutet nun an, dass Schweden vermutlich mit härteren Maßnahmen besser durch die vom Coronavirus verursachte Krise gekommen wäre. In einem Interview am Mittwoch im schwedischen Radio sagte Tegnell: "Ich glaube, dass es sicherlich Verbesserungspotenzial bei dem gibt, was wir in Schweden gemacht haben, klar. Und es wäre gut gewesen, wenn man exakter gewusst hätte, was man schließen soll, um die Infektionsausbreitung besser zu verhindern." In Schweden war die Todesrate deutlich höher als in den skandinavischen Nachbarländern.
Nach heutigen Wissensstand sieht Tegnell den richtigen Weg im Umgang mit dem Virus zwischen dem von der schwedischen Regierung eingeschlagenen Weg und dem Weg, für den sich der Rest der Welt entschieden habe, gab der Epidemiologe zu. Allerdings sei es auch in anderen Ländern fraglich, welche Maßnahmen genau den größten Effekt zum Schutz der Bevölkerung gegen das Virus gehabt hätten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass diese Staaten sehr viele Maßnahmen zum praktisch gleichen Zeitpunkt ergriffen hätten. Man darf gespannt sein, welche Maßnahmen man in Schweden bei einer eventuellen 2. Welle des Virus treffen wird.