Dies birgt ein großes Risiko für Russland: Die jungen Rekruten verfügen über kaum Kampferfahrung. Ihre Altersgenossen wurden bereits zu Beginn der Ukraine-Invasion überrannt und gerieten massenhaft in Kriegsgefangenschaft. Laut dem Institute for the Study of War (ISW) scheint der Kreml jedoch keine Eile zu haben, die ukrainischen Streitkräfte aus der Region Kursk zurückzudrängen.
Ist Wladimir Putin das eigene Land gleichgültig? Wahrscheinlich nicht. Doch die Lage in der Ostukraine, insbesondere im Donbass, ist für die Ukraine derzeit extrem angespannt. Das ISW vermutet daher, dass "der Kreml weiterhin seine Offensivoperationen in der Ostukraine priorisieren wird.“ Für Kiew und Selenskyj sind das schlechte Nachrichten. In der Region Donezk rücken russische Truppen auf Pokrowsk vor, ein wichtiges Versorgungszentrum für das ukrainische Militär. Sollte Russland die Stadt einnehmen, könnte es eine bedeutende Nachschubroute der ukrainischen Armee abschneiden.