Nach der Hochzeit erhielt die Agentur tatsächlich den Auftrag für eine Werbekampagne der Gesundheitsverwaltung zur Gewinnung von Nachwuchskräften in der Pflege, wofür sie 267.830 Euro erhielt. Nach Abzug der Kosten blieben der Agentur etwa 7.400 Euro und dem Inhaber rund 9450 Euro. Die Kosten für Kalaycis Hochzeit sollen sich auf etwa 11.240 Euro belaufen haben. Kalaycis Anwalt betonte, dass seine Mandantin bis zur Bekanntgabe des Vorwurfs davon ausgegangen sei, dass die Leistungen der Agentur ordnungsgemäß abgerechnet und vollständig bezahlt wurden. Sie habe weder Kenntnis von einer unbeglichenen Leistung gehabt, noch hätte sie so etwas toleriert. "Frau Kalayci hat zu keinem Zeitpunkt gegen ihre Dienstpflichten verstoßen“, erklärte Unger. Nun muss eine Strafkammer des Landgerichts Berlin prüfen, ob sie die Anklage zulässt und es zu einem Prozess kommt. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.