Im Juli des vergangenen Jahres wurde Epstein aufgrund neuer Ermittlungen verhaftet. Zwischen 2002 und 2005 soll er gemeinsam mit Maxwell einen Sexhandelsring betrieben haben. Hunderte minderjährige Mädchen seien dadurch zur Prostitution gezwungen und sexuell missbraucht worden. Doch zu einem Prozess, der eigentlich im Juni dieses Jahres beginnen sollte, kam es nie. Kurz nach seiner Verhaftung wurde Epstein tot in seiner Zelle gefunden.
"Jeffrey Epstein: Stinkreich" geht der Frage nach Epsteins mysteriösen Tod nach und wirft neue Fragen auf. Hat sich Epstein umgebracht? Oder wurde er ermordet? Letztere Theorie findet in der Doku in Person des Pathologen Cyril Wecht einen vermeintlichen Fürsprecher. Festgestellte Frakturen am Leichnam würden in seinen Augen dagegen sprechen, dass Epstein Suizid begangen habe. Eine Frau namens Chauntae Davies, die selbst Vorwürfe gegen Epstein erhebt, glaubt an eine Verschwörung: "Ich bin mir sicher, dass viele ihn tot sehen wollten. Er hatte jede Menge Informationen über Menschen" - mächtige Menschen, mutmaßt sie in der Serie.
Besteht für die Opfer Hoffnung auf Gerechtigkeit?Weil Epstein kurz vor seinem Tod all sein Geld einem Fonds vermacht hat, bestehe für seine Opfer kaum Aussicht auf finanzielle Entschädigung, heißt es in "Jeffrey Epstein: Stinkreich". Was den Geschädigten noch bleibe, sei die Hoffnung, dass Epsteins 2008 geschlossener "Sweetheart Deal" gekippt wird. Denn dieser schützt bis dato alle vermeintlichen Epstein-Komplizen vor juristischer Verfolgung - wie etwa Ghislaine Maxwell, mit der er den Sexring betrieben haben soll.