Zahlreiche der Beschränkungen in der Corona-Krise wurden von der Bundesregierung im Konsens mit den Bundesländern getroffen. Doch bei den Lockerungen zeigt sich deutlich, dass jedes Bundesland eigene Ansichten vertritt. Einheitliche Corona-Regeln für Deutschland sind im Augenblick Fehlanzeige. Und die unterschiedlichen Ansichten sorgen für großen Zoff zwischen den einzelnen Bundesländern.
Eigentlich sollte im Zuge der Lockerungen in der Pandemie rund um das Coronavirus in Deutschland mittels gemeinsamen Videoschalten zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Bundesländer über das weitere Vorgehen gesprochen werden. Doch diese Idee scheint jetzt zu den Akten gelegt. Denn in allen Bundesländern entscheiden nun die Ministerpräsidenten. Der
baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Beispiel erklärte am Dienstag gegenüber der Presse in Stuttgart: „Die Verantwortung liegt jetzt bei den Ministerpräsidenten und Landkreisen“. Weitere Videokonferenzen mit der Kanzlerin seien im Augenblick nicht geplant. Damit dürfte klar sein, dass Merkels Vorschlag von einheitlichen Lockerungen vom Tisch ist. Viele Bundesländer werden sich nicht an die mehrmals nachgebesserte Beschlussvorlage der Kanzlerin halten, sondern jeweils eigene Regeln für sich erstellen.