Die Veröffentlichung aktualisierter Landkarten durch das chinesische Außenministerium im August 2023 verdeutlicht diese Ansprüche. Dabei beansprucht China nicht ganze Länder, sondern Teile von Indien, Malaysia und sogar Russland als sein Staatsgebiet. Tibet ist ein Beispiel dafür, wie China seine territoriale Agenda verfolgt. Nach der Unabhängigkeitserklärung Tibets im Jahr 1911 marschierten chinesische Truppen 1951 ein und setzten dem selbstverwalteten Land ein Ende. Obwohl der Westen ein unabhängiges Tibet nie anerkannte, ist der Konflikt bis heute nicht beigelegt. In Bezug auf Indien führt der Himalaya-Konflikt zu Spannungen, da China Teile von Ladakh und Arunachal Pradesh für sich beansprucht. In Südostasien stoßen Chinas territorialen Ansprüche auf Widerstand, insbesondere von Seiten der Philippinen, Malaysia und Taiwan. Die Auseinandersetzungen im Südchinesischen Meer eskalieren, was eine gefährlichen Situation verursacht hat.
Russland, obwohl formal ein Verbündeter Chinas, ist auch von dessen territorialen Ansprüchen betroffen. China fordert die Insel Heixiazi Dao, die sich inmitten des chinesisch-russischen Grenzgebiets befindet, was zeigt, dass Xi Jinping seine Machtinteressen über die Freundschaft zu Russland stellt. Für Russland wächst die Sorge, dass China auch den östlichen Teil Sibiriens für sich beanspruchen könnte, eine Region, die historisch zum chinesischen Kaiserreich gehörte. Chinesische Investitionen in sibirisches Land verstärken diese Bedenken. Insgesamt deutet die Expansion Chinas auf eine Verschiebung des geopolitischen Gleichgewichts zugunsten Chinas hin, was weltweit zu Unsicherheit und Spannungen führt.