Viele Tourismusunternehmen hatten auf eine frühere Grenzöffnung gehofft, zumal auch das stark vom Virus gebeutelte Italien seine Grenzen bereits zu 3. Juni wieder öffnen wird. Ab diesem Zeitpunkt dürfen dann auch Touristen wieder nach Italien einreisen. Mit seiner Entscheidung wird Sanchez wohl noch mehr Druck entgegenschlagen, denn die Unternehmer und die konservativen Opposition kritisieren die Maßnahmen des Staatschefs und werfen diesem vor die Wirtschaft in den Ruin zu treiben. In den spanischen Städten kam es zu Protesten gegen die Politik von Sanchez, bei der auch sein Rücktritt gefordert wurde.
Sanchez ging bei seiner Rede auch auf zahlreiche Vorwürfe gegen ihn ein. "Der spanische Tourismus wird von nun an zwei Gütesiegel haben: Ökologische Nachhaltigkeit und sanitäre Sicherheit“, erklärte er. Auch vor der Rede des Staatschefs hatten andere spanische Politiker die Hoffnung auf eine schnelle Grenzöffnung gedämpft. Verkehrsminister José Luis Ábalos sagte beispielsweise: „Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen.“ Bei den Demonstrationen am Samstag nahmen tausende Spanier in mehreren Städten des Landes teil. Es kam sogar zu Autokorsos bei denen im Takt von lauten Hupkonzerten spanische Fahnen geschwenkt wurden. Bei vielen der Veranstaltungen wurden jedoch die Abstandsregeln nicht eingehalten. In Madrid wurden die Proteste vom ehemaligen Vox-Chef Santiago Abascal begleitet . Dort hatten sich auch besonders viel Bürger an den Protesten beteiligt.