Überall in Europa wurde der schwedische Sonderweg in der Corona-Pandemie mit Interesse beobachtet. Dabei hielten sich Lob und Kritik in etwa die Waage. Doch nun zeigt sich, dass auch Schweden trotz der verhältnismäßig lockeren Beschränkungen große wirtschaftliche Einbußen hinnehmen muss. Und nicht nur das! Auch die Anzahl der Todesopfer liegt in Schweden weit über dem Durchschnitt der Nachbarländer.
War der schwedische Sonderweg etwa komplett umsonst? Denn jetzt scheint sich zu bestätigen, dass Schwedens Wirtschaft ebenfalls schwere finanzielle Einbußen durch das Virus eingefahren hat.
Und dass obwohl andere Länder zum Teil deutlich drastischere Maßnahmen getroffen hatten. In Schweden galt nämlich keine Maskenpflicht, Schulen und Bars blieben geöffnet und die schwedische Regierung hatte die Bevölkerung lediglich aufgefordert mehr Abstand zu halten. Dadurch ging zwar das öffentliche Leben fast ganz normal weiter, doch mussten die schwedische Regierung für dieses Vorgehen auch im eigenen Land Kritik einstecken. Über 2000 schwedische Wissenschaftler hatten sich Ende März in einem offenen Brief für striktere Maßnahmen ausgesprochen. Die Regierung jedoch hielt an ihrem Kurs fest, um einen wirtschaftlichen Einbruch zu vermeiden. Doch dieser scheint nun trotz aller Bemühungen trotzdem stattgefunden zu haben.