Ohne Wasser und mit leerem Handyakku stand Roswitha ohne Informationen über ihren Gesundheitszustand oder das weitere Vorgehen da. Die Crew-Mitglieder konnten keine Auskunft geben. In einem Krankenhaus wurde bei ihr COVID-19 diagnostiziert, was jedoch bereits bekannt war. Für 2.500 Dollar wurde sie zurück zum Schiff gebracht. Doch ihr wurde der Zutritt verwehrt, und ihr Mann Norbert wurde aufgefordert, die Koffer zu packen und die Kabine zu räumen. Norbert ist herzkrank, doch ihm wurde keine Rücksicht genommen. Ein Arzt informierte sie, dass sie das Schiff verlassen müssen – der zweite Rauswurf. Erst am Abend kam ein deutschsprachiger Arzt und stellte fest: "Sie haben COVID-19 mit einer Lungenentzündung.“ Roswitha wollte jedoch nicht von ihrem Mann getrennt werden. Nach einigen Tagen in der Klinik buchten sie einen Heimflug. Roswitha ist bis heute traumatisiert und fühlt sich von Costa wie ein Hund ausgesetzt, ohne jegliche Hilfe.
Verbraucher-Anwalt Arndt Kempgens stimmt zu und erklärt: „Bei COVID-19 darf die Crew Infizierte zum Schutz anderer Gäste vom Weiterfahren ausschließen, aber es muss unbedingt Betreuung geben. Das hat Costa hier versäumt. Das ist inakzeptabel.“ BILD fragte bei Costa wegen der fehlenden Betreuung für das Ehepaar nach. Die knappe Antwort: "Gemäß den Gesundheitsschutzprotokollen kann in bestimmten Fällen eine medizinische Ausschiffung erfolgen.“ Die Reederei prüft nun, ob sie dem Paar alle zusätzlichen Kosten erstatten wird.