"The Last Dance": Das macht die Doku über Michael Jordan so besonders

Seite 2 / 2

"The Last Dance": Das macht die Doku über Michael Jordan so besonders

Stars (2 / 1) 14.05.2021 23:33 / Julia Symbolbild Andrew D. Bernstein/Netflix


Als der junge Michael Jordan zu Beginn bei seinem neuen Verein in die Umkleide platzte und ein Team voller Eskapaden vorfand, war sein Ziel klar: Der Beste zu sein. Er spielte jedes Spiel, als wäre es sein letztes, machte jeden Spieler um sich herum besser und sparte dabei nicht mit klaren Ansagen und harscher Kritik an seinen Kollegen. Darüber hinaus war Jordan ein Wettbewerber, der nichts mehr hasste, als zu verlieren. Nur die kleinste Stichelei seiner Gegner war Futter für seine Rache auf dem Spielfeld und Motivation, es allen zu zeigen. Denn am Ende gewann immer nur einer: Michael Jordan.

Schnell war "MJ" zum besten Spieler der Liga avanciert, die Konkurrenz war meist chancenlos. Dazu kamen ein früher Schuh-Deal mit Nike (Air Jordan), Merchandise-Verkäufe und andere Werbeverträge, durch die der 1,98-Meter-Mann über die Jahre mehrere Milliarden US-Dollar Umsatz generierte und zu einer kulturellen Ikone wurde. Die Menschen wollten sein wie Michael Jordan, kamen nur wegen ihm zu den Spielen ins Stadion und verehrten ihn wie eine Gottheit - er war der Rockstar der Basketball-Branche und darüber hinaus.

Seine Popularität ist bis heute ungebrochen. ESPN wählte Jordan 1999 vor Baseballspieler Babe Ruth (1895-1948) und Box-Ikone Muhammad Ali (1942-2916) zum "Sportler des Jahrhunderts".

Bewegende Momente - auch mit Kobe Bryant

Doch "The Last Dance" liefert weit mehr, als nur die sportlichen Erfolge des besten Basketballers der Geschichte aufzulisten. Die Serie verdeutlicht auch die Bedeutung und Strahlkraft, die eine einzelne Person auf andere ausüben kann.

Neben zahlreichen aktuellen Interviews und O-Tönen von Spielern wie Jordan selbst, seinen Teamkameraden, Stars wie Larry Bird (63) oder Magic Johnson (60), den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama (58) und Bill Clinton (73), diversen Sportjournalisten und anderen Weggefährten kommt auch der 2020 verstorbene Kobe Bryant (1978-2020) zu Wort. Es sind bewegende Momente, wenn der junge Bryant dem Alphatier Jordan auf dem Platz gegenübersteht und rückblickend erklärt, dass er alles, was er erreicht hat, ihm zu verdanken hat.

Der Einfluss des Mannes mit der Trikotnummer 23 geht weit über das Spielfeld hinaus, auch wenn sich Jordan nie als gesellschaftlicher oder politischer Leader sah ("Republikaner kaufen auch Sneaker"). Er sah seine Verantwortung gegenüber anderen und seine Führungsrolle vor allem im Spiel selbst. Nach einer unglücklichen Fußverletzung in seiner zweiten Saison bei den Bulls sagten die Ärzte Jordan, dass eine erneute Verletzung mit zehnprozentiger Wahrscheinlichkeit sein Karriereende bedeuten würde. Bei einer Diskussion darüber fragte Teambesitzer Jerry Reinsdorf (84) Jordan in "The Last Dance": "Wenn Du Kopfschmerzen hast und ein Doktor dir zehn Tabletten gäbe, von denen eine aber tödlich sein könnte, würdest du sie dann nehmen?" Darauf antwortet Michael Jordan: "Kommt darauf an, wie stark die verdammten Kopfschmerzen sind."