Die Bundesregierung zeigte sich besonders bestürzt darüber, dass in Russland Menschen verhaftet werden, die lediglich Blumen niederlegen, um an Nawalny zu gedenken. Solche staatlichen Repressionen würden "auf das Allerschärfste" verurteilt. Deutschland verlangt nachdrücklich die Freilassung aller politischen Gefangenen in Russland. Regierungssprecher Steffen Hebestreit forderte von der russischen Regierung eine "vollständige und transparente" Aufklärung der Umstände, die zum Tod Nawalnys in einem sibirischen Straflager führten. Er betonte auch die Notwendigkeit, dass die Familie Zugang zum Leichnam erhalten solle und ein straffreies Gedenken gewährleistet wird. Hebestreit kritisierte zudem die russische Führung unter Wladimir Putin scharf, die jeglichen Respekt vor menschlichem Leben vermissen ließe.
Die Familie Nawalny macht den Kreml direkt für das Schicksal des Oppositionsführers verantwortlich. Sie werfen Präsident Putin Lügen und Hinhaltetaktik vor, ähnlich wie bei dem Anschlag auf Nawalny mit dem Nervengift Nowitschok im Jahr 2020. Nawalnaja, die Witwe des verstorbenen Kreml-Kritikers, äußerte sich in einer emotionalen Videobotschaft. Sie beschuldigte Putin, ihren Ehemann vor drei Tagen ermordet zu haben. Mit dem Tod Nawalnys habe der russische Präsident versucht, ihre "Hoffnung, Freiheit und Zukunft" zu zerstören. Ihre bewegenden Worte zeigen die tiefe Verzweiflung und den Schmerz, den Nawalnys Tod in ihr und den Unterstützern der Opposition ausgelöst hat.