Atombombe für Europa! Reaktion auf Trumps wirre Drohungen - EU denkt über eigene Atomwaffen nach

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Atombombe für Europa! Reaktion auf Trumps wirre Drohungen - EU denkt über eigene Atomwaffen nach

News (2 / 1) 26.03.2024 16:13 / Silia Symbolbild imago


Weber erklärt weiter: "Macron hat bereits vage angeboten, über die Bedeutung der französischen Nuklearstreitkräfte für Europa zu sprechen. Jetzt, da Donald Trump die Rolle der USA als Schutzmacht offen infrage stellt, wäre der richtige Moment dafür. Dasselbe gilt für die Briten, mit denen wir nach dem Brexit endlich ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufschlagen sollten.“ Die SPD zeigt sich offen für die Debatte: Katarina Barley (55), Spitzenkandidatin für die Europawahl, zweifelt ebenfalls an Trumps Verlässlichkeit und sagt dem "Tagesspiegel“: "Auf dem Weg zu einer europäischen Armee kann auch das ein Thema werden.“ Manfred Weber verbirgt nicht seinen Ärger über Trumps Verhalten, stimmt ihm jedoch in einem Punkt zu: "Trump spielt ein sehr gefährliches, innenpolitisch motiviertes Spiel, wenn er Putin dazu ermutigt, andere Staaten anzugreifen. Dies kann unabsehbare Folgen für die internationale Sicherheit haben. Aber er hat einen Punkt mit seiner Kritik an Partnern wie Deutschland, denn wir haben es uns jahrelang bequem gemacht, indem wir den USA und den amerikanischen Steuerzahlern unsere Sicherheit überlassen haben. Das sollte die Kanzlerin auch offen eingestehen.“

Europa muss sich vielleicht bald selbst verteidigen

Weber setzt sich insgesamt für eine gemeinsame europäische Verteidigung ein: "Wir brauchen mindestens einen Binnenmarkt für Militärgüter, europäische Standards, zum Beispiel für Panzer und Drohnen, und gemeinsame Exportregeln. Wir könnten Milliarden sparen, wenn wir bei der Verteidigung endlich so zusammenarbeiten würden, wie es beispielsweise in der zivilen Luftfahrt bei Airbus der Fall ist.“ Weber hält die bisherige Rüstungsproduktion für unzureichend: „In einigen Bereichen benötigen wir auch eine Art Kriegswirtschaft, beispielsweise bei der Produktion von Munition. Es kann nicht sein, dass die EU nicht einmal in der Lage ist, der Ukraine die versprochenen 1 Million Schuss Munition zu liefern, während Nordkorea bereits an Russland geliefert hat.“ Insgesamt könne sich die Ukraine auf Brüssel verlassen: "Die EU ist ein stabiler Partner, der mit der mittelfristigen Finanzzusage von 50 Milliarden Euro und der Beitrittsperspektive gerade ein doppeltes Signal gesendet hat, auch in Richtung Washington.“