Zunächst leugnete Russland den Vorfall und behauptete, die Flugzeuge seien versehentlich durch "friendly fire", also den Beschuss durch die eigene Flugabwehr, vom Himmel geholt worden. Doch selbst in russischen Propaganda-Kanälen wurden sofort Zweifel an der Kreml-Theorie laut. Der Telegram-Kanal "Rybar" (1,1 Mio. Abonnenten) schrieb: „Sollten sich diese Informationen bestätigen, wäre dies ein weiterer schwarzer Tag für die russische Luftwaffe und die Luftverteidigungsstreitkräfte.“ Kurz darauf bestätigten ukrainische Geheimdienst- und Armee-Chefs den Abschuss nahe des besetzten Südostens der Ukraine. Saluschnyj schrieb ebenfalls bei Telegram: "Soldaten der Luftwaffe der Streitkräfte der Ukraine zerstörten das feindliche Langstreckenradarflugzeug A-50 und den Luftkontrollposten Il-22 des Feindes. Vielen Dank an die Luftwaffe für den hervorragend geplanten und durchgeführten Einsatz in der Region Asow! Ehre sei der Ukraine!“
Dazu veröffentlichte Saluschnyj Radardaten des Abschuss-Momentes. Auf dem kurzen Video sind drei russische Flieger über dem Asowschen Meer zu sehen. Einer von ihnen verschwindet abrupt vom Bildschirm, ein weiterer verliert an Höhe und dreht nach Süden ab. Die Daten beweisen, dass die Ukraine den Abschuss zumindest live verfolgte. Fraglich bleibt, welches Waffensystem sie für den Angriff auf die russischen Flugzeuge nutzte. Einige Beobachter spekulierten auf ein deutsches oder US-amerikanisches Patriot-Flugabwehrsystem. Doch deren Abschussrampen befinden sich nach aktuellem Stand mehr als 400 Kilometer vom Angriffsort entfernt, bei nur 160 Kilometern Reichweite der Raketen. Wahrscheinlicher ist daher, dass die Ukraine ein eigenes System, beispielsweise vom Typ S-300, in die Region Saporischschja bewegte und von dort aus gegen die russischen Spionage-Flieger einsetzte.