Die studierte Psychologin erlitt einen Schock und befindet sich seitdem in psychiatrischer Behandlung. Sie kann bis heute nicht verstehen, warum man ihr Hamza auf so grausame Weise entrissen hat. "Warum sind sie nicht vorher gekommen? Sie wussten, wo wir wohnen", klagt Gundula an. "Das ist einfach nur sadistisch." Inzwischen durfte sie Hamza für 50 Minuten im Gefängnis besuchen.
Da sein Asylantrag vor zehn Tagen abgelehnt wurde, obwohl er vor zwei Jahren vor dem Militärdienst in der Türkei nach Österreich geflohen war, wurde Hamza nun abgeführt. "Ab dem Zeitpunkt der Eheschließung wäre Hamzas Aufenthalt in Österreich legal gewesen", betont Rechtsanwalt Gregor Klammer, der Hamza vertritt. Er kritisiert diese "barbarische Praxis" und hält den Polizeieinsatz bei der Hochzeit für "illegal". Klammer befürchtet, dass sein Mandant schon in wenigen Tagen in die Türkei abgeschoben werden könnte. "Dann wird er wohl direkt vom Flughafen zum Militärdienst eingezogen", sagt der Anwalt und hat Beschwerde beim österreichischen Bundesverwaltungsgericht eingereicht.