Inmitten dieser Kontroverse kritisierte der ehemalige Bundespräsident Gauck Scholz ebenfalls wegen seines Zögerns bei der Lieferung der Marschflugkörper. Gauck erklärte gegenüber der "Bild am Sonntag", dass er nach Gesprächen mit Personen, die über das notwendige militärische Wissen verfügten, nicht mehr nachvollziehen könne, warum Deutschland zögere, diese Waffe und weitere Munition an die Ukraine zu liefern. Er betonte, dass das Zögern nicht nur die Chancen der Ukraine verringere, sondern auch die Bedrohung der freien Welt erhöhe.
Die Ukraine bittet seit langem um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern, die ihr neue Möglichkeiten bieten würden. Diese modernen Waffen könnten es der Ukraine ermöglichen, Ziele in über 500 Kilometer Entfernung anzugreifen und somit russische Stellungen in den illegal besetzten Gebieten im Donbass und auf der Krim zu erreichen. Olaf Scholz hatte zuvor im Oktober entschieden, vorerst keine Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine zu liefern, da dies Angriffe auf Waffendepots und Versorgungslinien auf russischem Staatsgebiet erleichtern würde. Die Ukraine hat jedoch versichert, die bisher gelieferten Marschflugkörper nicht auf russischem Territorium einzusetzen.