Spionage und Angriffe! Der amtierende Verteidigungsminister Boris Pistorius (63, SPD) verwendet drastische Ausdrücke, um die Sicherheitslage in Deutschland zu beschreiben. Er fordert: "Wir müssen kriegstüchtig werden." und meint damit das ganz Deutschland künftig eine neue Einstellung benötigt. Die Hintergründe sind durchaus dramatisch:
Allerdings gestaltet sich die Umsetzung dieser neuen Mentalität als problematisch. In regelmäßigen Abständen überfliegen verdächtige Drohnen Truppenübungsplätze und Kasernen der Bundeswehr. Bislang sind erfolgreiche Abwehrmaßnahmen der Bundeswehr gegen diese offensichtliche Spionage leider Fehlanzeige. Dieses Problem ist der Armee schon seit geraumer Zeit bekannt. Im Oktober 2022 alarmierte General Carsten Breuer (59), damals Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos, über Drohnen-Alarmmeldungen. Besonders betroffen waren Standorte, an denen die Bundeswehr Ukrainer ausbildet. In einer Eilaktion ließ Breuer Feldjäger im Umgang mit dem Störsender vom Typ HP 47 schulen. Solche Jammer können Drohnen zur Landung zwingen. Allerdings wurde die Wirksamkeit der HP 47 nie ausreichend untersucht. Kurz darauf wurde Breuer zum Generalinspekteur befördert. In Bezug auf die Drohnenabwehr geschah nichts mehr. Die kleinen Spionagegeräte flogen jedoch weiter.
FDP-Verteidigungsexperte Marcus Faber (39) gegenüber BILD: "Über dem Truppenübungsplatz Klietz, wo die Bundeswehr Ukrainer am Leo 1 ausbildet, werden regelmäßig Drohnen gesichtet. Bei anderen Liegenschaften dringen teilweise mehrere Drohnen zeitgleich in den Luftraum ein. Das ist klar organisiert und weist stark auf Russland hin."