"Polizeiruf 110: Heilig sollt ihr sein!": So ist der Brandenburg-Krimi

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"Polizeiruf 110: Heilig sollt ihr sein!": So ist der Brandenburg-Krimi

Stars (2 / 1) 01.05.2021 23:33 / Tim Symbolbild rbb/Arnim Thomaß


Absolut. Denn dieser "Polizeiruf" ist an Emotionalität kaum zu überbieten. Im Zentrum der Handlung stehen der Glaube und die römisch-katholische Kirche. An der deutsch-polnischen Grenze erhält der Krimi-Fan eine Religionsstunde der besonderen Art, zwischen Exorzismus und Bibelzitaten. Der Zuschauer wird von einer extremen Situation in die nächste geworfen. Eine Familie am Rande der Verzweiflung, ein gesundes Kind, das eigentlich abgetrieben werden sollte und ein junges Mädchen, dem das Baby aus dem Bauch geschnitten wird - Zartbesaitete könnten an ihre Grenzen stoßen.

Aber auch die beiden Kommissare kämpfen mehr als einmal mit den Tränen. Im Sinne des "Howcatchem"-Konzepts weiß der Zuschauer bereits zu Beginn des Krimis, wer der Schuldige ist. Einen wirklich "Bösen" sucht man in diesem "Polizeiruf 110" allerdings vergebens. Die Geschichte dreht sich vielmehr um Menschen, die versuchen, Gutes zu tun - am Ende aber scheitern. Grandios verkörpert dabei Schauspieler Tom Gronau (23) den getriebenen jungen Mann, der in seinem Leben einige Qualen erleiden musste.

Lobend erwähnt werden soll an dieser Stelle auch das Team rund um die Licht- und Musikgestaltung. Die kühlen Töne und düsteren Melodien unterstreichen die Thematik perfekt und machen aus dem Krimi ein rundum gelungenes Fernseherlebnis. Einziger kleiner Wermutstropfen: Nicht alle Fragen und Mysterien, die sich im Laufe von "Heilig sollt ihr sein!" ergeben, werden aufgeklärt. Der gelungene und nervenaufreibende Showdown am Ende macht das allerdings fast wieder wett.