Die Luftwaffe löste zuvor landesweit Luftalarme aus und informierte über 16 strategische Bomber des Typs Tu-95MS in der Luft. Frühe Explosionen in Kiew waren gegen 2 Uhr morgens Ortszeit wahrgenommen worden, als die Ukrainer versuchten russische Drohenangriffe abzuwehren. Dabei wurden zivile Infrastrukturen beschädigt, darunter eine Gasleitung. Aktuell soll bei etwa 250.000 Menschen in der ukrainischen Hauptstadt der Strom ausgefallen sein.
Journalist Denis Trubetskoy beschrieb die Situation in Kiew als einen der größten Luftangriffe seit dem Start des Krieges vor fast 2 Jahren. Auch aus anderen Teilen des Landes wurden Luftangriffe gemeldet, wobei in Charkiw ein Mensch getötet und über 20 Menschen verletzt wurden. In Mykolajiw im Süden habe die ukrainische Luftwaffe Drohnen abgeschossen, die einen Brand verursachten. Es wurden 35 im Iran produzierte Shahed-Drohnen abgewehrt.
Russlands Präsident Putin kündigte an, die Angriffe auf militärische Ziele in der Ukraine als Reaktion auf den Angriff auf Belgorod verstärken zu wollen. Der Angriff auf Belgorod am Samstag forderte 25 Menschenleben, darunter fünf Kinder. Bereits Ende letzten Jahres gab es einen russischen Großangriff auf die zivile Infrastruktur der Ukraine mit Dutzenden Toten und Verletzten. Der Angriff kurz vor dem Neujahrsfest war der schwerste seit Kriegsbeginn. Militärexperte Carlo Masala betont, dass die jüngsten Angriffe keine Rache seien, sondern eine sorgfältig geplante und koordinierte Aktion, die vermutlich mehrere Tage andauern werde.