Um die Situation im Raum Magdeburg zu entschärfen, öffnete der Landesbetrieb für Hochwasserschutz am Donnerstag erstmals seit 2013 das etwa 135 Meter lange Pretziener Wehr. Dadurch wird etwa ein Drittel des Elbe-Wassers an den Städten Magdeburg und Schönebeck vorbei durch einen Kanal geleitet, bevor es wieder in die Elbe fließt. Hunderte Menschen verfolgten auf den umliegenden Deichen das Geschehen. Die Wasserstände in den sächsischen Flüssen fallen inzwischen wieder, mit einer Ausnahme: Das Hochwasser der Elbe steigt in Sachsen nur noch langsam. Am frühen Nachmittag wurde in Dresden ein Pegelstand von 5,92 Metern gemessen, knapp unter der Sechs-Meter-Marke, ab der die zweithöchste Alarmstufe 3 gelten würde. Die Bewohner des evakuierten Ortes Windehausen in Thüringen können in ihre Häuser zurückkehren. Die Evakuierungsanordnung wurde aufgehoben, da Stromversorgung und Abwasserentsorgung wieder funktionieren.
Eine vollständige Entspannung der Hochwassersituation ist weiterhin nicht absehbar. Obwohl in den nächsten Tagen insgesamt weniger Regen als um Weihnachten erwartet wird, warnt der Meteorologe Marcel Schmid vom Deutschen Wetterdienst davor, dass jeder Tropfen zu viel sei. Am Freitag kann es immer wieder regnen, besonders im Umfeld von Harz, Bergischem Land, Sauerland und Siegerland. Für Samstag sind nur vereinzelte Schauer vorhergesagt. Am Sonntag könnte es wieder häufiger zeitweise regnen. Der Start ins neue Jahr bringt tendenziell etwas kühlere Temperaturen, jedoch keinen Wintereinbruch. In den Höhenlagen kann etwas Schnee liegenbleiben.