Historische Pegelstände, überflutete Ortsteile und evakuierte Menschen prägen die Hochwassersituation in Niedersachsen, wie Ministerpräsident Stephan Weil betont. Es handelt sich um eine beispiellose Herausforderung. Die Feuerwehr verteile Sandsäcke in den betroffenen Gebieten. Auch in Sachsen-Anhalt bleibt die Lage angespannt. 100.000 Leute kämpfen gegen die Fluten - so ist die Lage:
Die Hochwasserlage hält die Menschen in den Regionen Ost- und Norddeutschlands in Atem. In Niedersachsen wird die Hochwassersituation laut Ministerpräsident Weil als beispiellos angespannt betrachtet. "Ein Hochwasser dieses Ausmaßes hat es hier bei uns zuvor nie gegeben. Experten warnen seit langem davor, dass die immer häufigeren Wetterextreme mit dem Klimawandel zusammenhängen", erklärt Stephan Weil in einer Mitteilung. Er unterstreicht die Notwendigkeit, das Engagement in der Hochwasserprävention zu verstärken und den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren. Mehr als 100.000 Menschen sind im Bundesland im Einsatz gegen das Hochwasser. Die Bilder zeigen riesige Wassermassen in normalerweise kleinen Flüssen, verstärkte Deichanlagen mit Sandsäcken und Pumpen im Dauerbetrieb. Verschiedene Bundesländer unterstützen mit Sandsäcken und Feuerwehrhilfstrupps. In Niedersachsen wurde in sechs Landkreisen und der Stadt Oldenburg ein außergewöhnliches Ereignis festgestellt, wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte. Betroffen sind die Landkreise Celle, Oldenburg, Emsland, Osterholz, der Heidekreis sowie Verden und die Stadt Oldenburg. Durch die Feststellung eines außergewöhnlichen Ereignisses können Landkreise einfacher auf Hilfskräfte zugreifen.
In der Gemeinde Winsen mussten rund 300 Menschen aufgrund des Hochwassers evakuiert werden. Viele Pegelstände lagen über der höchsten Meldestufe, besonders im südlichen Teil des Bundeslands. Die Flüsse Weser, Aller, Leine und Oker waren von hohen Pegelständen betroffen. Im Unterlauf der Aller ab der Stadt Celle stiegen die Wasserstände weiterhin an. In der Gemeinde Winsen mussten rund 300 Menschen aufgrund des Aller-Hochwassers ihre Wohnungen verlassen. In einigen Straßen stand das Wasser rund 40 bis 50 Zentimeter hoch, und der Strom wurde aus Sicherheitsgründen abgestellt. In Drakenburg bei Nienburg an der Weser wurde der historische Wasserstand von 1981 mit 834 Zentimetern überschritten. Der Scheitel wurde dort in der Nacht zu Freitag erwartet, weiter flussabwärts in Richtung Bremen erst in der Nacht zu Samstag. Im Oberlauf der Weser wurde der Scheitel bereits erreicht, und die Pegelstände sinken. Nach einem Deichriss in Lilienthal bei Bremen wurden angrenzende Straßen erfolgreich evakuiert.