Schon im Sommer hatte Familie Schäuble einen schweren Schicksalsschlag verkraften müssen: Ingeborg war mit dem Fahrrad schwer gestürzt, Ärzte kämpften um ihr Leben. Wochenlang lag Wolfgang Schäubles Ehefrau im Krankenhaus. Aus diesem Grund hatte sich der Politiker weitgehend aus dem politischen Leben zurückgezogen, um seiner Frau beizustehen und sie zu pflegen. Dies war für ihn die Möglichkeit, ihr ein Stück der Fürsorge zurückzugeben, die sie ihm über Jahrzehnte zuteilwerden ließ.
Am 12. Oktober 1990 ereignete sich ein tragischer Vorfall, der das Leben von Wolfgang Schäuble für immer veränderte. Bei einem Wahlkampfauftritt in Oppenau (Baden-Württemberg) wurde auf den CDU-Politiker geschossen, was zu einer Lähmung führte. Seitdem war Schäuble auf einen Rollstuhl angewiesen. Doch trotz dieser schweren Beeinträchtigung kämpfte er sich immer wieder nach oben. Er wurde CDU-Chef, Finanzminister und sogar Bundestagspräsident, bekleidete somit das zweithöchste politische Amt in Deutschland.