Prilepin erläuterte seine Pläne in Bezug auf die Demografie. Er betonte, dass mehr Kinder geboren werden müssten, da dies zu weniger Problemen mit Menschen führen würde, die sich unangemessen verhalten. Insbesondere bezog er sich auf Migranten aus den umliegenden Nationen. Seiner Meinung nach sei es daher notwendig, die Länder zu annektieren, "aus denen die Gastarbeiter zu uns kommen“. Auf diese Weise könnten sie von klein auf die russische Sprache lernen, ohne ihre Heimat zu verlassen. Als Beispiel nannte er: "Sie werden dann nicht hier, sondern schon in Usbekistan unterrichtet, sagen wir mal.“ Die Reaktionen in Usbekistan ließen nicht lange auf sich warten. Berichten der russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge bestellte das Außenministerium den russischen Botschafter vor Ort, Oleg Malginow, ein, um Prilepins Aussagen genauer zu erklären.
Auch die Führungsebene in Moskau sah sich zu einer Reaktion auf den Auftritt gezwungen. Das Außenministerium veröffentlichte im Namen von Sprecherin Maria Sacharowa eine Stellungnahme. Darin wurde auf die herzliche Atmosphäre beim jüngsten Besuch des usbekischen Präsidenten Schawkat Mirsijojew verwiesen. Die Zusammenarbeit beider Länder basiere auf "der Achtung der Souveränität, der Nichteinmischung, der Freundschaft und der guten Nachbarschaft".
Das eigentliche Thema wurde dabei umschrieben: "Derzeit werden eine Vielzahl von regulatorischen, organisatorischen, informationellen und anderen Maßnahmen ergriffen, um die Zusammenarbeit im Bereich Migration geordneter und für beide Seiten vorteilhafter zu gestalten.“ Daher sei „ganz offensichtlich, dass es sich bei den Aussagen von S. Prilepin um seine persönliche Meinung handelt, die nicht einmal im Entferntesten den offiziellen Standpunkt der Russischen Föderation widerspiegelt.“ Ob diese Worte ausreichen, um die russischen Nachbarn zu beruhigen?