Moskau – In den Tagen vor Weihnachten werden häufig öffentlich Wünsche und Ideen für eine bessere Zukunft geäußert, die in der Regel wohlwollend aufgenommen werden. Jedoch versetzte der Vorschlag eines Duma-Abgeordneten mindestens ein Partnerland von Russland in Alarmbereitschaft. Sachar Prilepin äußerte auf einer Pressekonferenz ganz unverblümt die Möglichkeit, dass Moskau weitere Gebiete annektieren könnte, konkret alle, die einst zur ehemaligen UdSSR gehörten.
Als Anhänger von Wladimir Putin und Mitglied der Partei "Gerechtes Russland – Patrioten – Für die Wahrheit" erlangte Prilepin Bekanntheit. Früher an der Seite des mittlerweile verschwundenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny aktiv, ist er heute ein glühender Unterstützer von Putin. Prilepin äußerte sich auch in Bezug auf den Ukraine-Krieg mit den Worten: "Wer wird uns nach der Parade in Kiew verbieten, etwas auf eurasischem Territorium zu tun?“ und lieferte die Antwort gleich selbst: "Niemand.“ In den baltischen Staaten und in Moldau herrscht seit der russischen Invasion in der Ukraine die Befürchtung, dass der Kreml-Chef auch diese Staatsgebiete seinem Land einverleiben könnte und so die Sowjetunion nach seinen Vorstellungen wieder aufleben ließe. Diese Ängste scheinen nicht unbegründet zu sein, da bereits ein anderer Duma-Abgeordneter betonte, der Krieg solle über die Ukraine hinausgehen. Auch andere Offizielle äußerten ähnliche Ansichten.