Nach etwa vier Stunden Bemühungen, mit der Familie im Gespräch zu bleiben, stürmten die Einsatzkräfte schließlich die Wohnung. Dabei stellten sie fest, dass einer der beiden jungen Männer verletzt war und eine Frau sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Beide wurden mit einem bereitstehenden Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Details zur Verletzung des jungen Mannes und zu ihrer Art wurden nicht mitgeteilt. Die anderen vier Personen, darunter zwei Kinder, blieben vorerst in dem Gebäude. Ein Sprecher der Nordkirche gab an, dass es sich um eine sechsköpfige Familie aus Afghanistan handelte, deren zwei erwachsene Söhne abgeschoben werden sollten. Dies erfolgte auf Anordnung der Ausländerbehörde in Kiel, und beide sollten laut Angaben nach Spanien gebracht werden. Ursprünglich hatte die Polizei von zwei 18 und 22 Jahre alten Männern aus dem Irak gesprochen. Der Kirchensprecher erklärte, dass sich die Familie in einer Wohnung am Rande eines Schweriner Plattenbaugebiets aufhielt, die von der örtlichen Kirchgemeinde für Flüchtlinge bereitgestellt wurde.
Ein Anwohner berichtete, dass am Morgen zwei Funkstreifenwagen vor dem Gemeindehaus vorgefahren seien. Kurz darauf seien laute Schreie einer Frau zu hören gewesen. Laut Polizeidarstellung habe sie versucht, die Abschiebung der beiden jungen Männer zu verhindern. Ob es noch im Tagesverlauf dazu kommen sollte, konnte die Polizeisprecherin am Mittag noch nicht sagen. Die Polizei hatte die Bevölkerung gebeten, während des Einsatzes die Örtlichkeit zu meiden. Autos konnten jedoch ungehindert passieren, und laut Polizei bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für Außenstehende.