Die Ankündigung der Bundesregierung hörte sich zu gut an um wirklich wahr zu sein. Denn eigentlich sollte die KfW grünes Licht für rasche und unkomplizierte Hilfen für alle Unternehmen und Geschäfte in Deutschland ermöglichen, die von der aktuellen Corona-Krise betroffen waren. Doch es scheint so, als ziehen viele Hausbanken von mittelständigen Unternehmen nicht mit. Als Folge davon kommen auch über Jahre solvente Firmen nicht an die dringend benötigten Finanzspritzen.
Bereits Ende März hat Jörg R. den Antrag ausfüllt, der über das Überleben oder die Insolvenz seines Lebenswerks entscheiden könnte. R. ist ein erfolgreicher Unternehmer, der seit mehr als 20 Jahren Häuser in Thüringen baut. Normalerweise hat er nicht die Angewohnheit Schulden bei der Bank zu machen. In den vielen Geschäftsjahren hat er lediglich Leasing-Finanzierungen für seine Firmenautos gemacht und sein Geschäft auf der Basis von Guthaben geführt. In all diesen Jahren funktionierte dies prächtig, doch nun stellt die Corona-Pandemie R. vor vollendete Tatsachen. "Die laufenden Projekte werden uns noch eine Weile beschäftigen, aber wenn kein Neugeschäft kommt, werde ich wohl in sechs Monaten alle Leute nach Hause schicken müssen", gibt der Mittelständler offen zu.