Die Union ist so stark wie nie in dieser Wahlperiode, kann zwei Punkte zulegen und kommt auf 32 Prozent. INSA-Geschäftsführer Hermann Binkert erklärt: "Die Union ist alleine so stark wie die drei Parteien der Ampel-Koalition zusammen. Die Schärfung des eigenen Profils und die Politik der Ampel stärken die Union." Die AfD kann ihren bisherigen Höchstwert aus dem Oktober wieder erreichen und kommt in dieser Woche auf 23 Prozent (+1). Die Linke verharrt bei 4 Prozent, während die sonstigen Parteien in dieser Woche 9 Prozent (-1) auf sich vereinen könnten. Die Frustration mit der Regierung ist riesig! Das zeigt sich nicht nur in den niedrigen Werten in der Sonntagsfrage. 53 Prozent sind inzwischen überzeugt, dass Scholz im Bundestag die Vertrauensfrage stellen sollte. Es wäre der erste Schritt in Richtung Neuwahlen. Und: Oppositionsführer Friedrich Merz (68, CDU) würde bei einer Kanzler-Direkt-Wahl zum ersten Mal besser abschneiden als Amtsinhaber Olaf Scholz. 18 Prozent würden Merz direkt zum Kanzler wählen, das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Juni. Scholz kommt nur auf 17 Prozent (-8).
Dennoch kein gutes Zeichen für Merz, denn: Während Scholz damit immer noch leicht über der Beliebtheit seiner Partei liegt (15 Prozent würden SPD wählen), sind die 18 Prozent für Merz im Vergleich zum Abschneiden der Union im Sonntagstrend (32 Prozent) mehr als mau.
Laut INSA-Umfrage würden nur 37 Prozent der Unions-Wähler bei einer Direktwahl für Merz stimmen. 52 Prozent wollen weder Merz noch Scholz als Kanzler, 9 Prozent sind sogar für Scholz. Zum Vergleich: Die SPD-Wähler sind mit 57 Prozent mehrheitlich für Scholz. INSA-Chef Binkert sagt: "In der öffentlichen Debatte um den Kanzlerkandidaten der Union werden neben Friedrich Merz regelmäßig auch Markus Söder und Hendrik Wüst genannt. Sie liegen auch in unserem Politiker-Ranking noch deutlich vor Merz." Es seien eben weitere potenzielle Kanzlerkandidaten der CDU/CSU im Gespräch, so Binkert, "und das wissen die Befragten, auch wenn deren Namen nicht abgefragt werden. Wenn sich die Union auf Friedrich Merz festlegen sollte, werden seine persönlichen Werte danach deutlich besser aussehen."