Küchenstar Tim Raue hat 80 Prozent weniger Umsatz

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Küchenstar Tim Raue hat 80 Prozent weniger Umsatz

Stars (2 / 1) 24.04.2021 23:33 / Simo Symbolbild imago/tagesspiegel


Trotz aller Erfolge hat er nicht vergessen, "was Demut ist. Wir haben wegen Corona gerade einen eigenen Kredit beantragt, ohne staatliche Förderung... Das nächste Ziel ist, den abzuzahlen. Wir haben im 'Tim Raue' noch zehn Jahre Mietvertrag, die werden wir dafür auch brauchen. Aber mein Gott, es wird schon irgendwas kommen."

Er will nicht jammern

Raue, der nie für sich selbst kocht ("meine größte Schwäche") und eine asiatisch inspirierte Küche schätzt und präsentiert will in der jetzigen Situation "nicht jammern oder mich moralisch erheben und sagen: Hey, hättet ihr Chinesen die blöde Fledermaus-Suppe mal nicht gegessen."

Er selbst isst nichts, "was bei uns ein Haustier wäre. Und exotische Wildtiere kommen für mich überhaupt nicht infrage. Ich finde auch nicht, dass ich Insekten essen muss. Da bin ich zickig. Aber wer bin ich, den Chinesen zu sagen, dass sie keine Fledermäuse mehr essen dürfen?"

"Klugscheißer sind wirklich das Allerletzte"

Er meint, "wir machen auch Dinge, die nicht so toll sind." Spargel ist für ihn bis heute "ein Trauma". Das stammt aus seiner Lehrzeit, "da kamen zwei Wagen mit je 360 Kilo Spargel - und dann stand ich 16 Stunden lang draußen und habe geschält. Irgendwann zerfrisst dir die Spargelsäure die ganze Haut. Ich kann bis heute keinen Spargel mehr verarbeiten. Das widert mich an."

Und er hält sich eisern an ein weiteres No-Go. Er sagt kein Wort, wenn es ihm mal selbst nicht geschmeckt hat. "Nein, nie. Klugscheißer sind wirklich das Allerletzte."