Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer (59), warnt eindringlich davor, dass die aktuelle Verfassung der Bundeswehr nicht ausreicht, um das eigene Land oder die NATO-Bündnispartner effektiv zu verteidigen. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklärt Breuer, dass die Bundeswehr unter Strukturen leide, die schnelle und gezielte Entscheidungen nahezu unmöglich machten - denn die Lage ist bedrohlich!
Über Jahre hinweg habe sich die Bundeswehr auf internationales Krisenmanagement, wie etwa im "Balkan, Afghanistan oder Mali", fokussiert, so Breuer. Nun räche sich dies, da die Bündnis- und Landesverteidigung wieder in den Vordergrund rücke. Angesichts der massiven Aufrüstung der russischen Armee unter Wladimir Putin betont er, dass nicht nur die Bundeswehr, sondern die gesamte Gesellschaft daran arbeiten müsse, wieder kriegstüchtig zu werden. Breuer mahnt dazu, sich darauf einzustellen, möglicherweise einen Verteidigungskrieg führen zu müssen, anstatt die Wahl zu haben, ob man sich an einem entfernten Einsatz beteiligen möchte. Der Generalinspekteur betonte, dass nicht nur Offiziere und Soldaten, sondern die Gesellschaft als Ganzes die Notwendigkeit einer konsequenten Abschreckung erkennen müsse.