Während die meisten Fans froh wären, wenn es endlich mit der Saison weitergehen würde, fordern andere Interessengruppen vor allem aus dem Bereich der Ultras dazu auf, die derzeitige Situation zu nutzen, um einen dringend benötigtyen Wertewandel einzuleiten. "Wir möchten nicht mehr über Symptome diskutieren, sondern endlich über die Krankheit und die Wege zur Gesundung des Fußballs sprechen", fordert die Organisation "Unsere Kurve". Dabei solle eine gesunde Balance zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und wirtschaftlichen Interessen gefunden werden. Viele Ultragruppen stehen zudem den Geisterspielen skeptisch gegenüber. "Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne", heißt es in einer Erklärung.
Die Polizeigewerkschaft (GDP) sieht keinen Sinn für eine Fortsetzung der Bundesliga während der Epidemie. Dort sieht man vor allem die Gefahr, dass sich zahlreiche Fans trotz des Kontaktverbots vor den Stadien einfinden würden. "Fußballspiele würden dann für die Polizei einen noch höheren Personalaufwand bedeuten", meinte der stellvertretende Bundesvorsitzende der GDP, Jörg Radek. Ins gleiche Horn stößt Erich Rettinghaus, NRW-Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft: "Derartige Veranstaltungen, welche auch mit gebündelten Anreisen von Fangruppen einhergehen, würden uns schon vor personelle Herausforderungen stellen." Bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse nach der DFL-Sitzung am Donnerstag kommuniziert werden.