Der breite Dnipro bildet seit einem Jahr die Frontlinie zwischen den ukrainischen und russischen Streitkräften im Süden der Ukraine. Das westliche Ufer wird von der Ukraine gehalten, während Russland das gegenüberliegende Ufer kontrolliert. Ukrainische Soldaten hatten wiederholt versucht, den Fluss zu überqueren, um die Truppen Moskaus weiter zurückzudrängen. In den vergangenen Tagen meldete das ukrainische Militär heftige Kämpfe und einen "erfolgreichen Durchbruch" am Dnipro. Russland behauptete seinerseits, der Ukraine bei den Kämpfen schwere Verluste zugefügt zu haben. Die Nachrichtenagentur AFP kann die Angaben der Kriegsparteien nicht unabhängig überprüfen. Der pro-russische Kriegs-Kanal "Romanov Light" scheint die Angaben zu bestätigen. Auf Telegram heißt es dort: "Der Feind ist nach Westen und in den Wald im Südwesten vorgedrungen. Der Vormarsch des Feindes wurde durch 'kampflose Umgruppierung' möglich."
Falls sich die jüngsten Berichte über den ukrainischen Vormarsch bestätigen, wäre dies der bedeutendste Erfolg der Ukraine gegenüber den russischen Streitkräften seit mehreren Monaten. Die von Kiew im Juni gestartete Gegenoffensive verlief bisher schleppend und führte zunächst nur zur Rückeroberung einer Handvoll Dörfer im Süden und Osten des Landes. Die Einnahme tiefer Stellungen am Ostufer des Dnipro könnte einen größeren Angriff im Süden ermöglichen. Allerdings wären in dem schwer zugänglichen Sumpfgebiet mehr Soldaten und Panzer erforderlich.