Doch nicht überall kommen diese Lockerungen gut an. Italien war schon immer ein stark gespaltenes Land mit riesigen regionalen Unterschieden. Während im Norden des Landes, der besonders hart vom Virus betroffen war, vor allem die Wirtschaft und die Banken ansässig sind, war der traditionell ärmere Süden ebenfalls von den geltenden Beschränkungen betroffen und hat sich mehr denn je zu einem sozialen Pulverfass entwickelt. Viele Menschen in diesen Regionen sind ihre Einahmemöglichkeiten weggebrochen. Und mit der Aufhebung der Beschränkungen scheint sich die Spaltung weiter fortzusetzen. Während die Regionen im Norden auf eine schnelle Aufhebung der Maßnahmen drängen, um einen irreparablen Schaden für die Wirtschaft des Landes abzuwenden, fürchtet man im Süden durch die Aufhebung der Maßnahmen eine verstärkte Ausbreitung des Virus. Erste Regionalpolitiker, wie Vincenzo De Luca, Präsident der Region Kampanien, drohen in diesem Fall mit der Schließung der inner-italienischen Grenzen. Außerdem kündigte der Politiker an, über eine „Verordnung zum Verbot der Einreise von Bürgern aus diesen Regionen“ nachzudenken. Es scheint so als sei es auch in Italien noch ein weiter Weg zurück in die Normalität.