Im Augenblick besteht für das Coronavirus noch kein Selektionsdruck. Der Unterschied zum Grippevirus liegt darin, dass sich der Covid-19-Erreger ohne Probleme verbreiten kann. Fast niemand auf der Welt besitzt eine Immunität und auch flächendeckenden Impfungen sind noch nicht vorgenommen worden. Aus diesem Grund war es für das Virus noch nicht notwendig zu mutieren und möglicherweise eine noch gefährlichere Variante zu erschaffen. Bereits jetzt gibt es tausenden von Mutationen des Coronavirus. Am bekanntesten sind dabei die SARS- und MERS-Erreger. Die größte Gefahr sehen die Forscher darin, dass das Virus ausgerechnet an der Stelle mutiert, wo es an den Menschen andockt. Lediglich in diesem Falle könnte eine eventuelle Impfung wirklich unbrauchbar sein und sowohl geimpfte als auch immune Menschen könnten sich erneut anstecken.
Doch die Forscher glauben nicht, dass es so kommen wird. Denn beim Coronavirus besteht ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Grippevirus. Coronaviren verfügen über ein größeres Genom und brauchen deshalb länger um zu mutieren. Je mehr Erbgut ein Virus hat, desto aufwendiger wird der entsprechenden Mutationsprozess eines Virus. Doch wann wird es endlich einen Impstoff geben?
"Wir rechnen nach wie vor damit, Mitte nächsten Jahres die Zulassung für einen Impfstoff zu bekommen. Schon während der Testphase werden natürlich viele Menschen geimpft", bestätigt Becker bei der BILD-Zeitung. Wahrscheinlich werden also viele Menschen bereits vor Mitte 2021 gegen den Covid-19-Erreger immun sein.