Darum sind Cyberkriminelle gerade jetzt so gefährlich

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Darum sind Cyberkriminelle gerade jetzt so gefährlich

Stars (1 / 1) 14.04.2021 23:33 / Angela Symbolbild Alexander Geiger / Shutterstock.com


"Latenter Alarmzustand"

"Cyberkriminalität ist ein weltweites Phänomen, das weder an Landesgrenzen noch vor verschlossenen Türen Halt macht", heißt es auf der Webseite des Bundesinnenministeriums (BMI). "Sie kann überall stattfinden, wo Menschen Computer, Smartphones und andere IT-Geräte benutzen - in Firmen, Behörden, Universitäten, zu Hause und unterwegs." Gerade in Krisensituationen sind viele Menschen besonders anfällig für etwaige Übergriffe, wie der Resilienz-Experte und Krisenmanager Uwe Rühl ("Unternehmerische Resilienz") im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news bestätigt.

Warum und wie genau machen sich Hacker und Cyberkriminelle die derzeitige Situation zunutze?

"Durch die derzeitige Situation ist unser Gehirn in einen latenten Alarmzustand geschaltet. Aus zwei Hauptgründen versuchen Hacker und Cyberkriminelle das auszunutzen", erklärt Rühl. "Zum einen aus rein wirtschaftlichen Gründen. Sie erpressen Geld. Zum anderen, um politische Statements abzugeben. Sie wollen Unruhe stiften, die Gesellschaft verunsichern und ihre Botschaften platzieren."

Durch die Verunsicherung von Unternehmen und Privatpersonen "haben Angreifer breitere Einfallstore als sonst. Wir fallen viel schneller auf E-Mails herein, die zum Beispiel scheinbar von der Bundesagentur für Arbeit zum Thema Kurzarbeit kommen. Oder wir klicken auf Neuigkeiten, die anscheinend vom Robert Koch-Institut oder von der WHO kommen."

Weiter erklärt der Krisenmanager: "Dabei werden durch Neugier, aus Angst oder Unsicherheit die Mechanismen ausgesetzt, die uns eigentlich schützen sollen. Es gilt also: Erst einmal Absender genau prüfen und checken, von wem die Nachricht wirklich ist. Niemals Anhänge von unbekannten Absendern öffnen und auf keine Links klicken."

Aber wie gefährlich ist die Lage wirklich?

"Ich halte die Lage für besonders gefährlich im Moment, da wir durch das Coronavirus abgelenkt sind", meint Rühl. "Das wissen auch die Angreifer." Es handle sich im Regelfall nicht einfach um "Leute, die zu viel Zeit haben und andere ärgern wollen. Es handelt sich um Profis, die genau wissen, was sie tun." Besonders verbreitet seien derzeit Phishing- und Spear-Phishing-Attacken sowie Social-Engineering-Angriffe.